TopLogo

Navigation

F3B: Navigation Letzte Aktualisierung am:
02.09.14
F3B: Luenen 2007

Lippeweidenpokal 2007 - ein Wettbewerb der Sonderklasse

Wie auch schon die letzten Jahre, veranstaltete der FSG Lünen unter der Leitung von Peter Hubbertz auch diese Jahr wieder einen der besten F3B Wettbewerbe in der laufenden Saison. Technisch wie immer minimalistisch, extrem straff organisiert, jedoch ohne jegliche Hektik, hatten die Macher dieses wirklich bemerkenswerten Wettbewerbs die Sache voll im Griff. Hierin spiegelte sich natürlich auch die Tatsache, dass immerhin 3 aus den 7 best Platzierten der Eurotour zum Helferteam gehörten (Martin Weberschock, Peter Hubbertz, Tobias Knoblauch) und das gesamte Helferteam einen sehr guten Job machten. Auch dem anderen Helferstab, ob beim Essen, der Antennenausgabe oder wo auch immer sollte hier ein besonderes Lob ausgesprochen werden.

upload:Luenen_07/l_nen07_03_320x213.jpg

Das Fluggelände in Lünen, liegt herrlich zwischen Wald und Lippe

Doch nun das Ganze von vorn.

Freitag abends gab es wie jedes Jahr einen gemütlichen Plausch im Fliegerheim der FSG Lünen, der zum Ritual Lünen einfach dazugehört.

Samstag morgen gab Peter das Startsignal zur ersten Zeitfluggruppe, die problemlos ihre Zeit vollmachen konnte. Das Wetter war trübe, der Wind blies mäßig aus West. Alle weiteren Zeitfluggruppen wurden in einem Abstand von 5-6 Minuten überlappend gestartet. Viele der folgenden Gruppen hatten jedoch Probleme die Zeit voll zu machen, da die Luft z.T. recht schlecht war.

upload:Luenen_07/l_nen07_26_320x213.jpg

Mit Corinne Schneider war auch eine der wenigen Frauem im F3B Zirkus am Start

Nach einer guten Stunde konnten wir so den ersten Streckenflug beginnen, der ohne große Besonderheiten ablief. Danach war der erste Speed an der Reihe, der bei recht gleichmäßigen Bedingungen keine Piloten benachteiligte. Die Zeiten waren trotz der Bedingungen recht ansprechend und gingen bis in den 15er Bereich. Im nun folgenden Streckenflug der 2. Runde wurde das Wetter wechselhafter. Es begann zu nieseln und ein paar kurze stärkere Schauer nötigten uns hin und wieder zu kleinen Pausen. Ein großer Busch direkt vor der Lippe in direkter Verlängerung der A-Linie brachte hierbei einige ins Schwitzen, die die Entfernung nicht in Griff hatten und es gingen sogar Modelle baden. Die Bedingungen reichten von 13 Strecken bis in die niedrigen Zwanziger hinein. Der Wind bließ weiter mäßig aus westlicher Richtung, so dass Seile um die 1,15mm geflogen werden konnten.

Auch hier versuchte Peter immer wieder den Ablauf zu straffen, in dem er während das letzte Modell der laufenden Gruppe auf der vermeintlich letzten Strecke war, er die neue Gruppen schon mit den Worten "... working time for the next group starts ...." ankündigte und exakt beim überfliegen der letzen Wendelinie er noch ein " ... now !" nachschob. Das Ganze in ruhigem Ton und mäßiger Lautstärke, so dass keinerlei Unruhe aufkam.

upload:Luenen_07/l_nen07_19_320x213.jpg

Der Start ist mit das Wichtigste, denn ohne Höhe geht nichts !

So konnte am Nachmittag denn auch der 2 Speed in umgekehrter Reihenfolge der aktuellen Platzierungen geflogen werden. Ein Regenschauer brachte eine kurze Unterbrechung und Peter Hubbertz ließ alle Piloten, die schon unter Regenbedingungen fliegen mussten, nochmals fliegen. Ich denke hier wurde dann auch die 15er Marke geknackt.

Unser neuer Weltmeister Martin Herrig, versaute sich in dieser Disziplin durch eine kleine Unachtsamkeit den Sieg (wie sich nachträglich herausstellte), denn nach der zweitbesten Zeit in dieser Runde rutschte er mit der Rumpfspitze seines Radicals bei der Landung unter das Markierungsband des Windenbereiches, was laut Reglement eben mit 300 Strafpunkten zu belegen war. Bei der heutigen Leistungsdichte war die auch von Martin dann uneinholbar.

Zum Abschluß wurde noch mit der letzten Disziplin der 2. Runde, dem Zeitflug begonnen, der bei den abendlichen Bedingungen jedoch keine Schwierigkeiten darstellte.

Und hier zeigte Peter seine einzige Schwäche: Er beendete den Wettbewerbstag, obwohl die Sichtbedingungen ein Fliegen nicht unmöglich gemacht hätten ;-))

upload:Luenen_07/l_nen07_23_320x213.jpg

Auch bei dämmerigen Sichtbedingungen muss das Modell voll beherrscht werden

Dafür nötigte er uns allerdings am Sonntag um 8:00h statt 8:30h zu beginnen.

Der Sonntag begann jedoch gleich mit einer ca. 30 minütigen Verspätung, da die Basis so tief war, dass die Starthöhe ausreichte, um das Modell in den Wolkenfetzen verschwinden zu lassen. So wurde der Zeitflug der Runde 2 vervollständigt und gleich anschließend der Zeitflug der Runde 3 geflogen. Alles natürlich ineinander verschachtelt, so dass man manchmal 19 anderen Modellen am Himmel ausweichen musste und zu Beginn auch noch mit tief hängenden Wolkenschleiern zu kämpfen hatte. Damit das Ganze nicht zu einfach wird, sollten man dabei auch die 10 Minuten vollmachen, völlig relaxed bleiben und zu guter Letzt auch noch bei der Landung genau den Punkt treffen um die max. 100 Landepunkte abzuholen. (Puh... F3B kann ganz schön anstregend sein !)

Die letzte Streckendisziplin wurde bei aufhellendem Wetter und auffrischendem Süd-Westwind geflogen. Allerdings waren die Bedingungen von Gruppe zu Gruppe recht unterschiedlich.
upload:Luenen_07/l_nen07_07_320x213.jpg

Im Streckenflug ist die allgemeine Hektik am größten und man muss dennoch versuchen Ruhe zu bewahren

Der letzte Speed wurde natürlich wieder in umgekehrter Reihenfolge der aktuellen Platzierungen geflogen. Gleich zu Beginn des Speed waren kurz sehr gute Bedingungen, was Friedhelm Schiborr mit seiner betagten V-Ultra zu nutzen wusste und eine 15,8 hinzauberte. Unter dem Beifall der anderen Piloten konnte er nun Gebote für sein Fluggerät entgegen nehmen.

Die Luft blieb natürlich nicht so gut, aber der Wind blies weiter sehr konstant und erlaubte sehr hohes Abfluggewicht und Seilstärken um die 1,3-1,35mm. So nahmen auch die Speedzeiten mit steigenden Platzierungen ab und zum Schluß konnte sich Michael Seyfang auf seinem neuen Ceres den 1000er (Zeit ?) vor der anderen Konkurrenz holen.

Damit waren das Gesamtergebnis des Contest-Wettbewerbes erflogen und kann im Detail unter http://modellflug.fsg-luenen.de nachgelesen werden.

Und das Beste kommte immer zum Schluß

Jetzt erklärte uns Peter Hubbertz bei einem kurz einberaumten Briefing seine neue Idee des KO-Speed-Finals, bei dem die besten 8 Piloten des Wettbewerbs jeweils paarweise gegeneinander antreten sollten. Jede Paarung bekam insgesamt 5 Minuten Rahmenzeit. Jeder durfte nach belieben Starten (so oft er wollte/konnte und es die Zeit erlaubte). War ein Modell in der Strecke, durfte der andere Pilot nicht nochmals einfliegen. War man eingeflogen, dann zählte nur noch diese Zeit und die evtl. bereits geflogene Zeit war damit aufgehoben. Der Sieger kommt weiter der Verlierer eben nicht.

So war einem zeitlichen Taktieren und extrem wendebetonten, riskioreichen Speedflügen natürlich Tür und Tor geöffnet, und so kam es dann auch zum erhofften Showdown.

Die folgenden Paarungen flogen um den Sieg (an erster Stelle ist der Sieger genannt):

Viertelfinale

Armin Hortzitz Jochen Muff
Jens Buchert Gerhard Köberlein
Andreas Herrig Thomas Schorb
Martin Herrig Michael Seyfang

( Ab hier richtig gestellt am 10. Sept., 18:13 Uhr )

Im Viertelfinale ist besonders die Paarung M.Seyfang vs. M.Herrig zu erwähnen. Beim Versuch die beste Zeit zu fliegen waren beide nach 5 Minuten mit 14,3s !!! zeitgleich. So wurde den beiden eine zweite 5 Minuten Rahmenzeit zugeordnet. Michael legte eine sagenhafte 14,1, die er mit extrem engen Wende forcierte, vor und konnte nun Zuschauen wie Martin sich abmühte diese Zeit zu überbieten. Beim Versuch die Wenden noch enger zu fliegen, hatte Martin bei der ersten B-Wende gleich einen Verwender. Da nur eine Zeit besser als 14,1 Sinn machte, brach Martin den Flug sofort ab und versuchte einen erneuten Start. Der Neustart allerdings drohte auch durch ein frühes Ausbrechen des Radicals nicht die gewünschte Höhe zu bringen, was Martin den Start am Seil abbrechen ließ, um Zeit für einen neuen Versuch nicht zu vergeuden. Es sah wirklich so auch, als ob er den Butterfly, noch am Seil hängend, brachte. Der erneute Startversuch brachte die erhoffte Höhe und ein sehr weich geflogener Kurs brachte Martin eine 14,1 ! Wieder ein Patt !

So kam es dann zur Paarung: Seyfang-Herrig die Dritte !

Die Luft war jetzt etwas langsamer geworden, so dass die Zeiten im 15er-Bereich lagen. Beim wiederholten Versuch Martins vorgelegte Zeit zu unterbieten, ging Michael am Ende die Rahmenzeit aus (oder war es ein Verwender?). Es wurde beschlossen, den Zuschauern nochmal ihren Spaß zu gönnen und im Halbfinale die beiden Herrigs gegeneinander fliegen zu lassen.

Halbfinale

Jens Buchert Jochen Muff
Andreas Herrig Martin Herrig

Jetzt legte Martin vor, hatte nach dem Start eine brachiale Ausgangshöhe. Wieder wendete er extrem knapp, jedoch mit sehr großräumigen weichen Wenden. Eine 14,1 (?) war schonmal eine sehr hohe Messlatte. Dann war Andreas an der Reihe. Auch er hatte einen super Start und flog die erste B sehr knapp. Als kurz vor der A-Wende noch genügend Höhe zur Verfügung stand, wendete er auf sich zu und drehte das Modell deutlich über 90° was den Effekt hatte als ob er einen Nachbrenner einschaltete als er die Wende mit deutliche Tendenz nach unten machte. Der Radical beschleunigte hierbei nochmals. Die zweite B-Wende wieder weich und knapp und in Bodenhöhe über die A-Linie. Die Menge tobte und als Peter das gemittelte Ergebnis der 3 Zeitnehmer ausgerechnet hatte, war klar das der alte Rekord von 13,8s von Martin Herrig, mit dem Schocker vor drei Jahren ebenfalls in Lünen geflogen, eingestellt war.

Mit 13,68s war Andreas Herrig ein sagenhafter Flug gelungen.

13,68s Weltrekord-Flug im F3B in Lünen (157,89 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit)

Jetzt war Martin natürlich extrem unter Druck. Die Luft war immer noch gut, der Bogen im Start sehr hoch und sehr große Seilspannung vorhanden, aber kurz vor dem Schuss wollte Martin zuviel und hatte einen Abriss am linken Flügel. Beim Restart war die gute Luft schon durchgezogen und es war abzusehen, dass Martin die Zeit nicht unterbieten könnte. Er zollte Andreas seinen Respekt und ich denke mit einer 14,3 und 14,1 und noch einer 14,1 musste er sich nun wahrlich nicht als Verlierer fühlen. Schon eher geht der neue Weltrekord auf sein Konto, denn ohne seine vorherigen Superzeiten wäre Andreas vielleicht nicht so angestachelt worden. Beide Piloten wurden mit tosendem Beifall empfangen.

Finale

Andreas Herrig Jens Buchert

Die Bedingungen ließen dann etwas nach. Andreas legte mit einer 14,83 vor. Jens flog danach und erreichte 14,80 s, was Andreas natürlich zum nochmaligen Flug veranlasste. Aufgrund von Restarts von Jens war die Rahmenzeit jetzt schon etwas knapp geworden. Gerade noch rechtzeitig konnte Andreas in den Kurs einfliegen. Die Uhr blieb bei 14,70 s stehen, was letztendlich Andreas als Sieger aus dem Experiment hervorgehen ließ.

upload:Luenen_07/l_nen07_40_320x213.jpg

Sieger unter sich. Links die Junioren, rechts die Senioren (an der Körpergröße nicht zu erkennen ;-))

Ein wirklich gelungener Versuch der Sportart F3B richtig viel Spannung einzuimpfen.

R.Stransky, den 4.9. '07

Korrektur AH, 10.9. '07